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NTÖ warnt vor Folgen von Dürre und Preisdruck in der Tierhaltung

Veröffentlicht am 20. August 2026

Die Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) sieht mit großer Sorge auf die aktuelle Situation: Niedrige Erzeugerpreise, hohe Futter- und Energiekosten sowie die anhaltende Dürre bringen viele Betriebe an ihre Grenzen.

Die Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf steht hinter dieser Stellungnahme und setzt sich aktiv für faire, kostendeckende Preise entlang der Wertschöpfungskette ein. Wir möchten Sie daher über die aktuelle, gemeinsame Stellungnahme informieren.

Am 18. August 2026 hat die Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) – der Dachverband von sechs Nutztiersparten, darunter auch ARGE Rind und Schweinehaltung Österreich – diese Stellungnahme an alle Partner entlang der Wertschöpfungskette veröffentlicht. Unterzeichnet ist sie unter anderem von Josef Fradler (Obmann ARGE Rind) und Franz Rauscher (Obmann Schweinehaltung Österreich und Obmann der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf).

Eine angespannte Lage – auch bei Rindern und Schweinen

Die NTÖ beschreibt die Situation branchenweit als besorgniserregend, besonders in der Rinder- und Schweinehaltung: Niedrige Erzeugerpreise treffen auf steigende Futter- und Energiekosten, weite Teile der tierischen Veredelung sind derzeit nicht kostendeckend. Die extreme Hitze und der anhaltende Wassermangel haben bereits zu Ernteausfällen geführt und verschärfen die Lage zusätzlich. Immer mehr Betriebe stallen weniger Tiere ein oder lassen Umtriebe ganz ausfallen – in Ober- und Niederösterreich sind die Schlachtzahlen bei Rindern bereits spürbar gestiegen.

Ohne positive Zukunftsperspektiven, warnt die NTÖ, werden Betriebe nicht gegen jede wirtschaftliche Vernunft weitergeführt. Ein einmal verlorener Selbstversorgungsgrad und damit die sichere Versorgung lassen sich - wenn überhaupt - nur über Jahrzehnte wieder aufbauen.

Der Appell an die Wertschöpfungskette

Um einen überstürzten Strukturwandel zu vermeiden, richtet die NTÖ konkrete Appelle an mehrere Akteure:

  • Futtermittelhersteller: faire Vertragspreise anbieten – die Verlässlichkeit der Partnerschaft beruht auch darauf, dass die Kunden wirtschaftlich handlungsfähig bleiben
  • Schlachthofbetreiber: gemeinsam kostendeckende Preise für österreichische Ware erzielen
  • Handel und Gastro-Zulieferer: den Anteil heimischer Ware erhöhen und Preise an die gestiegenen Erzeugungskosten anpassen, statt über Aktionen weiter Druck auf die Betriebe auszuüben
  • Gastronomie: beim Einkauf bewusst auf regionale, österreichische Ware setzen statt auf das billigste Angebot

Was die österreichische Tierhaltung laut NTÖ braucht

  • Faire, kostendeckende Erzeugerpreise
  • Futtermittel zu realistischen Preisen
  • Mehr österreichische Ware im Handel und in der Gastronomie – bei Frischfleisch ebenso wie bei Verarbeitungsware

Was das für die Qualitätsschweineproduktion bedeutet

Gerade für eine nachhaltige Qualitätsschweineproduktion und -vermarktung am lokalen Markt sind faire, kostendeckende Erzeugerpreise die Grundlage. Nur wenn sich Investitionen in Qualität und Tierwohl auch wirtschaftlich tragen, bleibt die Versorgung mit heimischem Qualitätsschweinefleisch langfristig gesichert.

Den vollständigen Wortlaut der NTÖ-Stellungnahme finden Sie hier zum Download:

pdfNTÖ Appell Dürre