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Schweinehaltung Österreich wendet sich in dringlichem Schreiben an Minister Totschnig

Veröffentlicht am 17. Juli 2026

Angespannte Marktlage, rote Zahlen bei den Betrieben: Schweinehaltung Österreich und die Österreichische Schweinebörse eGen haben sich mit einem eindringlichen Schreiben an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig gewandt.

Am 14. Juli 2026 richteten Ing. Franz Rauscher (Obmann Schweinehaltung Österreich) und Ing. Rupert Hagler (Obmann Österreichische Schweinebörse eGen) einen offenen Brief an Bundesminister Mag. Norbert Totschnig und Sektionschef Dipl. Ing. Johannes Fankhauser. Anlass ist die aktuelle Situation am heimischen Schweinemarkt, die besorgniserregend ist und mögliche langfristige Folgen für die Eigenversorgung Österreichs und die Investitionsbereitschaft der Schweinehalterinnen und Schweinehalter hat.

Zahlen zur aktuellen Marktlage

Der Brief macht die Situation an konkreten Zahlen fest: Aktuell liegt der Deckungsbeitrag bei minus 17 bis 20 Euro pro Schlachtschwein. Hochgerechnet auf die wöchentliche Schlachtung von rund 80.000 Schweinen heimischer Herkunft entspricht das einem Einkommensverlust von etwa 1,5 Millionen Euro pro Woche in der Branche. Als Ursachen werden unter anderem der starke Preisdruck aus dem europäischen Ausland genannt, ebenso wie der Umstand, dass manche EU-Länder Schweineproduktion auf einem gesetzlichen Standard betreiben, der in Österreich nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Hinzu kommen zunehmende regulatorische Belastungen, etwa durch die geplante Ausweitung der Industrieemissionsrichtlinie.

Konkrete Forderungen an die Politik

In ihrem Schreiben weisen Rauscher und Hagler auf mehrere konkrete Maßnahmen hin: 

  • Öffnung zusätzlicher Exportmärkte für europäische Mitgliedstaaten
  • Stärkung der Rahmenbedingungen für den österreichischen Export weniger wertvoller Teilstücke
  • Europaweite Angleichung der gesetzlichen Standards in der Schweinehaltung
  • Aussetzen weiterer belastender Regelungen, etwa der geplanten Ausweitung der IE-Richtlinie
  • Umsetzung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung

Die Schweinehaltung Österreich sowie die Österreichische Schweinebörse bedanken sich in ihrem Schreiben zugleich für die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium und bitten um eine klare Positionierung Österreichs gegenüber Brüssel, um die Situation für die heimischen Betriebe nachhaltig zu entspannen.

Vollständiges Schreiben zum Nachlesen

Das vollständige Schreiben "Aktuelle Lage am Schweinemarkt in Österreich" steht Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: pdf"Betrifft: Aktuelle Lage am Schweinemarkt in Österreich"

Fotocredit: © BMLUK - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft